[Aaus-list] Conf.: East Europ. Transnational Links (German), Chemnitz 26.-28.10.12

Andreas Umland andreumland at yahoo.com
Mon Oct 1 07:23:45 EDT 2012


Tagungsankündigung

Tagung "Transnationale Verflechtungen im östlichen Europa.
Forschungskonzeptionen - Themenfelder - Vergleiche" Veranstaltet vom
Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrat, dem Deutschen Polen-Institut
Darmstadt und der TU Chemnitz. Zugleich Jahrestagung des Johann-
Gottfried-Herder-Forschungsrats Chemnitz, 26.-28.10.2012

Ort: TU Chemnitz, Neues Hörsaalgebäude, Reichenhainer Straße 90,
Hörsaal N 012

Aktuelles Programm:
http://deutsches-polen-institut.de/Projekte/Tagungen/2012_Tagung_Verfl
echtung/Tagung_Chemnitz_Programm.php

Interessenten an einer Tagungsteilnahme melden sich bitte bei Dr.
Peter Oliver Loew (loew at dpi-da.de).

Zur Tagung

Die diesjährige Jahrestagung des Herder-Forschungsrats in
Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut Darmstadt und der TU
Chemnitz will historische und gegenwärtige gesellschaftliche
Verflechtungsprozesse in Kultur, Politik und Wirtschaft in Mittel-
und Osteuropa in der Absicht beleuchten, Umrisse und Strategien für
zukünftige Forschungsansätze zu erörtern.

Einen Schwerpunkt dabei bilden transnationale Beziehungen, die in der
geschichtswissenschaftlichen Diskussion mittlerweile unter einer
Vielzahl von Leitbegriffen (wie Beziehungsgeschichte, historie
croisée, entangled history, connected history) diskutiert werden und
seit den 1990er Jahren global ein sprunghaft gestiegenes Interesse
gefunden haben. Die Fragestellung ist jedoch keineswegs so neu, und
sie ist auch keine allein geschichtswissenschaftliche. Zu nennen sind
hier etwa die Traditionen in der Erforschung interethnischer
Beziehungen in der Ethnologie oder die Erweiterung des Feldes der
internationalen Beziehungen in der Politikwissenschaft über die Ebene
staatlicher Institutionen hinaus. Ebenso werden Fragen des
Kulturtransfers, die ein wichtiges Element der aktuellen
geschichtswissenschaftlichen Diskussion bilden, in den
Kulturwissenschaften schon seit langem thematisiert. Zweifellos
bringt die Vielzahl und Breite der Ansätze einerseits eine nicht
geringe Unschärfe mit sich, andererseits kann eine solche Entgrenzung
die Suche nach gemeinsamen Ansatzpunkten auch jenseits eingefahrener
Forschungswege befördern. So verstandene Verflechtungen zeigen sich
in Grenzregionen, in Migrationen, in kulturellem und wirtschaftlichem
Austausch, aber auch im kollektiven Gedächtnis. Transnationale
Verflechtungen setzen dabei weder gutnachbarschaftliche Beziehungen
voraus, sondern entwickeln sich ebenso aus Konfliktlagen, noch sind
sie in ihrer Intensität ständig zunehmend, denn es gibt ebenso
zahlreiche Beispiele für Entflechtungen.

'Transnational' als auch 'Verflechtungen' sollen hier nicht als eng
definierte Theoreme, sondern vielmehr als offene
Forschungsperspektiven betrachtet werden.

In früheren Diskussionen, namentlich zum östlichen Europa, sind in
der Betrachtung solcher transnationaler Beziehungen häufig
Hierarchisierungen der Forschungsgegenstände als gegeben angenommen
worden und verschmolzen nicht selten mit politischen Zielsetzungen
oder nationalen Prädispositionen. Insofern hat die Fragestellung nach
transnationalen Beziehungen im östlichen Mitteleuropa stets auch ein
traditionskritisches Moment.

In den hier skizzierten Bezügen steht ein Publikationsprojekt des
Deutschen Polen-Institut zur deutsch-polnischen
Verflechtungsgeschichte vom 10. bis ins 21. Jahrhundert, das ab 2013
in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erscheinen wird. Seinen
Ausgangspunkt hat dieses Vorhaben in einem vorhergehenden
Publikationsprojekt zur deutsch-französischen
Verflechtungsgeschichte. Anknüpfend an dieses Projekt, sein
konzeptionelles Design und Fragen seiner konkreten Ausführung soll
auf der Tagung die Relevanz der Forschung zu gesellschaftlichen
Verflechtungen in zeitlicher, thematischer und methodologischer
Breite diskutiert werden. Dabei sollen Problemlagen, neue Konzepte,
Themenfelder und beispielhafte Forschungsansätze vorgestellt und
zugleich die Frage erörtert werden, inwieweit Befunde zu
Ostmitteleuropa mit anderen europäischen (und außereuropäischen)
Fällen vergleichbar sind und inwiefern sich der regionale Fokus auf
das östliche Europa angesichts des Anspruchs globaler
Forschungsperspektiven aufrecht erhalten lässt.

Dr. Peter Oliver Loew
Deutsches Polen-Institut
Mathildenhoehweg 2
D-64289 Darmstadt
Tel. +49/6151/420217, Fax /420210
loew at dpi-da.de
www.deutsches-polen-institut.de




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